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Abdul,
ein weiterer Studienfreund von Baudolino, ist
ganz wie ein Maure, aber seine Mutter
stammte aus Hibernia, und das erklärte sein rotes Haar,
denn alle, die von jener abgelegenen Insel im hohen Nordwesten
kommen, haben diese Haarfarbe und stehen im Ruf, bizarr
und verträumt zu sein. Der Vater war Provenzale, aus
einer Familie, die sich nach der Eroberung Jerusalems vor
fünfzig Jahren in Übersee niedergelassen hatte.
Wie Abdul zu erklären versuchte, hatten diese noblen
Franken in den Reichen jenseits des Meeres die Sitten und
Gebräuche der von ihnen eroberten Völker übernommen,
sie schmückten sich mit Turbanen und anderen Türkerien,
sie sprachen die Sprache ihrer Feinde, und es fehlte nicht
viel, daß sie auch die Vorschriften des Alkorans befolgten.
So kam es, daß ein (zur Hälfte) hibernischer
Junge mit rotem Haar den Namen Abdul trug und ein braungebranntes
Gesicht hatte, braungebrannt von der Sonne Syriens, unter
der er geboren war. Er dachte auf arabisch, und auf provenzalisch
erzählte er sich die alten Sagen der eisigen Nordmeere,
die er von seiner Mutter gehört hatte.
Er hat ein geheimnisvolles, schönes
und zugleich schreckliches Erlebnis hinter sich und sucht
seit dieser Zeit verzweifelt nach einer Prinzessin, die er
eigentlich nie richtig gesehen hat. Und er ist im Besitz des
grünen Honigs, der die Menschen in einen wunderbaren
Zustand des Rausches versetzt. Ein Zustand übrigens,
in den sich die Studienfreunde so manchen Abend begeben und
bei dem ihnen die wahnwitzigsten Ideen kommen. Während
der Reise zum Reich des Priesters Johannes erscheint Abdul
noch einmal seine geliebte Prinzessin, als er beim Kampf mit
einer Mantikore (einer Bestie mit einem Löwenleib, einem
Skorpion stachel und einem fast menschlichen Kopf) ums Leben
kommt.
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