|
Ardzrouni,
ein Freund des Zosimos und Bote Leos, des Fürsten von
Armenien, führt Friedrich Barbarossa und sein Heer während
des Kreuzzugs durch die Türkei.
"Ardzrouni?" sagte Niketas.
"Den kenne ich. Er war mehrmals nach Konstantinopel
gekommen, schon seit der Zeit des Andronikos. Ich verstehe,
daß er sich mit deinem Zosimos getroffen hat, denn
er stand im Ruf eines Kenners der magischen Wissenschaften.
Einer meiner Freunde in Selymbria - aber Gott weiß,
ob wir ihn dort noch antreffen werden - war auch zu Gast
in seiner Burg von Dadschig
"
"Auch wir waren das - zu unserem Unglück, wie
du noch hören wirst. Daß er ein Freund von Zosimos
war, war für mich ein ungutes Zeichen, aber ich informierte
Friedrich, daß er ihn sehen wolle. Mit Angaben über
seinen Auftraggeber war dieser Ardzrouni sehr zurückhaltend.
Er sei von Leo geschickt worden und sei es auch wieder nicht,
beziehungsweise wenn er es sei, dürfe er es nicht sagen.
Er sei gekommen, um dem kaiserlichen Heer als Führer
durch das Gebiet der Türken bis nach Armenien zu dienen.
Ardzrouni sprach ein passables Latein mit Friedrich, aber
wenn er etwas im Vagen lassen wollte, tat er so, als ob
er das richtige Wort nicht finden könne. Friedrich
fand ihn unzuverlässig und heimtückisch wie alle
Armenier, aber einen Ortskundigen konnte er gut gebrauchen,
und so beschloß er, ihn der Armee beizugeben, wobei
er mich lediglich bat, ein Auge auf ihn zu haben. Ich muß
sagen, er hat sich während der ganzen Reise untadelig
verhalten und immer Informationen gegeben, die sich als
wahrheitsgemäß erwiesen."
Obwohl ihm niemand so recht traut, übernachten
Friedrich Barbarossa und die Freunde auf seiner Burg Dadschig,
die so einige Überraschungen birgt: Es gibt farbige Glasfenster,
archimedische Spiegel, eine Toilette für den Kaiser,
ein Dionysios-Ohr und allerlei seltsame Gebräue und Maschinen.
Ardzrouni erweist sich als Alchimist, denn er ist in der Lage,
Metalle zu vergolden und Reliquien herzustellen. Wie sich
herausstellt, ist er außerdem ein exzellenter Diskurspartner
Borons, vor allem, wenn es um die Theorie der Leere geht.
|