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Friedrich
I. Barbarossa, Kaiser des Deutschen
Reiches im 12. Jahrhundert, nimmt Baudolino bei einem seiner
Italienzüge als Adoptivsohn an. Der Kaiser hat so manche
Schwierigkeiten mit den Städten in Oberitalien und da
scheint ihm der junge Baudolino, der gewiss nicht auf den
Mund gefallen ist, gerade recht.
"Und wer ist Barbarossa?" erboste sich Kaiser
Friedrich.
"Du bist das, lieber Vater, dort unten nennen sie dich
so, und ich weiß nicht, was daran schlimm sein soll,
denn einen roten Bart hast du ja wirklich, und er steht
dir sehr gut. Wenn sie etwa hätten sagen wollen, daß
du einen kupferfarbenen Bart hast, würdest du dann
lieber Barbadirame genannt werden? Ich würde dich genauso
lieben und ehren, wenn du einen schwarzen Bart hättest,
aber da du nun mal einen roten hast, sehe ich nicht, wieso
du solch ein Theater machen mußt, weil sie dich Barbarossa
nennen.
Friedrich Barbarossa heiratet die schöne
und wesentlich jüngere Beatrix von Burgund, die ihm zwei
Söhne - Heinrich und Friedrich - schenkt. Zermürbt
von den Ansprüchen und Widerständen der italienischen
Städte und vom Gerangel mit den Päpsten um die Legitimation
der kaiserlichen Macht, sieht er seine Chance gekommen, als
ein neuer Kreuzzug zur Eroberung Jerusalems aufgerufen wird.
Doch Friedrich Barbarossa wird das Heilige Land nie erreichen:
"Herr Jesus Christus, das kann
nicht sein!" schrie Baudolino auf. Doch so unerfahren
er in medizinischen Dingen war, mußte er doch erkennen,
daß Friedrich Barbarossa, der Kaiser des Heiligen
Römischen Reiches, Hüter des allerheiligsten Gradals,
Hoffnungsträger der Christenheit, letzter und legitimer
Nachfolger Caesars, des Kaisers Augustus und Karls des Großen,
nicht mehr war. Er brach in Tränen aus, bedeckte das
bleiche Gesicht mit Küssen, nannte sich seinen geliebtesten
Sohn in der Hoffnung, der Kaiser könne es hören,
aber schließlich wurde ihm klar, daß alles vergeblich
war.
Herzversagen? Mord? Ein Unfall?
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