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Colandrina
ist ein Mädchen aus Baudolinos Heimatstadt,
in das er sich auf ganz andere Weise verliebt.
Sie war die Tochter des Guasco, sie
war mir nach und nach unter die Augen gewachsen, und ich
hatte gar nicht bemerkt, daß sie eine Frau geworden
war. Sie war sehr sanft und bewegte sich mit einer etwas
linkischen Anmut. Seit der Geschichte mit der Belagerung
galten mein Vater und ich als Retter der Stadt, und sie
sah zu mir auf, als wäre ich Sankt Georg. Wenn ich
mit Guasco sprach, blieb sie zusammengekauert vor mir hocken,
die Augen glänzend, und trank meine Worte. Ich hätte
ihr Vater sein können, denn sie war kaum fünfzehn
und ich achtunddreißig. Ich kann nicht sagen, ob ich
mich in sie verliebt hatte, aber es war mir angenehm, sie
um mich zu haben, so sehr, daß ich anfing, den anderen
unglaubliche Abenteuer zu erzählen, nur damit sie mir
zuhörte.
Und so kommt es, dass die beiden heiraten
und Colandrina schwanger wird. Eine Ehe, die nicht lange dauert,
und das weiß Gott nicht deswegen, weil Baudolino sich
ständig auf Feldzügen mit den Truppen des Kaisers
herumtreibt.
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