Der Autor
Das Buch

"Wer gut lügt, kann auch gut dichten"

Wer gegen wen

Wer mit wem -
Baudolino und seine Gefährten


Der Brief des Priesters Johannes
Hanser

Colandrina ist ein Mädchen aus Baudolinos Heimatstadt, in das er sich auf ganz andere Weise verliebt.

Sie war die Tochter des Guasco, sie war mir nach und nach unter die Augen gewachsen, und ich hatte gar nicht bemerkt, daß sie eine Frau geworden war. Sie war sehr sanft und bewegte sich mit einer etwas linkischen Anmut. Seit der Geschichte mit der Belagerung galten mein Vater und ich als Retter der Stadt, und sie sah zu mir auf, als wäre ich Sankt Georg. Wenn ich mit Guasco sprach, blieb sie zusammengekauert vor mir hocken, die Augen glänzend, und trank meine Worte. Ich hätte ihr Vater sein können, denn sie war kaum fünfzehn und ich achtunddreißig. Ich kann nicht sagen, ob ich mich in sie verliebt hatte, aber es war mir angenehm, sie um mich zu haben, so sehr, daß ich anfing, den anderen unglaubliche Abenteuer zu erzählen, nur damit sie mir zuhörte.

Und so kommt es, dass die beiden heiraten und Colandrina schwanger wird. Eine Ehe, die nicht lange dauert, und das weiß Gott nicht deswegen, weil Baudolino sich ständig auf Feldzügen mit den Truppen des Kaisers herumtreibt.