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"Wer gut lügt, kann auch gut dichten"

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Wer mit wem -
Baudolino und seine Gefährten


Der Brief des Priesters Johannes
Hanser
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...Fortsetzung
Der Brief des
Presbyters Johannes

Es ist nämlich zwischen dem sandigen Meer und den genannten Bergen in der Ebene ein Stein von wunderbarer Wirkung, der die Kraft fast unglaublicher Medizin in sich trägt. Er befreit die Christen und solche, die es werden wollen, völlig von jeder Krank heit auf diese Weise:

Es ist ein bestimmter hohler Stein wie eine unzerbrechliche Muschel geformt, in dem immer das Wasser 4 Finger hoch steht, und der immer bewacht wird von zwei Greisen, Männer von ehrwürdiger Heiligkeit.
Jene fragen zuerst die Ankommenden, ob sie Christen sind oder werden wollen, darauf, ob sie Heilung aus ganzem Herzen wünschen. Wenn sie das erklärt haben, legen sie ihre Kleider ab und betreten die Muschel. Und wenn sie die Wahrheit gesagt haben, beginnt das Wasser zu steigen und steigt so hoch, bis es ihn ganz bedeckt, bis es über sein Haupt gestiegen ist. Das geschieht dreimal.
Dann fällt es allmählich und kehrt wieder zu seiner gewöhnlichen Höhe zurück. Und jeder, der sie betrat, verläßt die Muschel vom Wasser geheilt von Lepra oder jeder anderen Krankheit.

Nahe der Wüste zwischen unbewohnbaren Bergen fließt unter der Erde ein Bächlein, zu dem man nur durch Zufall kommt. Denn manchmal öffnet sich die Erde, wenn einer dort hineingehen will, kann er hinein gehen und schnell wieder heraus, damit die Erde ihn nicht mögli cherweise einschließt. Und was er aus dem Sand raubt, sind kostbare Steine und Gemmen, da ja der Sand und Kies nur aus kostbaren Steinen und Gemmen besteht.
Und dieses Bächlein fließt in einen breiteren Fluß, in den die Bewohner Unseres Landes gehen und aus dem sie eine große Menge wertvoller Steine herausholen; aber sie wagen es nicht, jene zu verkaufen, bevor sie jene nicht Unserer Exzellenz gezeigt haben. Und wenn Wir sie in Unserem Schatz oder zum Gebrauch Unserer Machtvollkommenheit behalten wollen, dann kaufen Wir für die Hälfte des Wertes, wenn aber nicht, dann können sie frei verkaufen.

In jenem Land werden die Knaben im Wasser aufgezogen, so daß sie, um Steine zu finden, oft drei oder vier Monate [Tage] unter Wasser leben.
Jenseits des Steinflusses aber leben 10 Stämme der Juden, die, auch wenn sie selbst Könige haben, doch meine Diener sind und Unserer Exzellenz tributpflichtig.

In einer anderen Provinz nahe der heißen Zone gibt es Würmer, die in Unserer Sprache "Salamander" heißen. Diese Würmer können nur im Feuer leben, und sie umgeben sich mit einem Häutchen, wie jene anderen Würmer, die Seide machen.
Diese Häutchen werden von den Damen Unseres Palastes sorgfältig bearbeitet und daraus haben Wir Kleider und Tücher im Gebrauch Unserer Exzellenz. Diese Tücher werden nur in lodernden Flammen gewaschen.

An Gold und Silber und Edelsteinen, Elefanten, Dro medaren, Kamelen und Hunden haben Unser Hoheit Überfluß.

Alle fremden Gäste und Pilger empfängt Unser Gnaden, kein Armer ist unter uns.

Keine Räuber findet man bei uns, kein Schmeichler hat hier Platz und nicht die Habsucht. Keine Unterteilung gibt es hier bei uns. Unsere Menschen haben Überfluß an jedem Reichtum. Pferde haben wir wenig und minderwertige. Wir glauben, daß Uns niemand gleicht an Reichtum und Zahl der Völker.

 
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