Der Autor
Das Buch

"Wer gut lügt, kann auch gut dichten"

Wer gegen wen

Wer mit wem -
Baudolino und seine Gefährten


Der Brief des Priesters Johannes
Hanser

Der Poet

war mit einem Gefährten aufgebrochen, einem Ritterssohn aus Köln, der es vorgezogen hatte, sich anstelle des Kriegshandwerks den freien Künsten zu widmen, nicht ohne den Unmut seines Vaters zu erregen, aber unterstützt von seiner Mutter, die seine Gaben als frühreifer Dichter so unermüdlich und hochtönend pries, daß Baudolino seinen richtigen Namen, falls er ihn je erfahren, vergessen hatte. Er nannte ihn den Poeten, und so taten es später auch alle anderen, die ihn kennenlernten. Baudolino fand bald heraus, daß der Poet in Wahrheit noch nie ein Gedicht geschrieben hatte, sondern immer nur verkündete, daß er es zu tun gedenke. Da er jedoch sehr gekonnt die Gedichte anderer vorzutragen verstand, war auch sein Vater am Ende überzeugt, daß der Junge ein Musensohn sei, und hatte ihn ziehen lassen, ohne ihm allerdings mehr als das Nötigste mitzugeben, da er der irrigen Meinung war, das wenige, was zum Leben in Köln genügte, werde auch für Paris vollauf genügen.

Baudolino, dem es im Liebeswahn für Beatrix von Burgund ein Leichtes ist, poetische Gedichte zu verfassen, überlässt ihm seine Werke und verschafft ihm so eine Stelle bei Rainald von Dassel.