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Der
Poet
war mit einem Gefährten aufgebrochen,
einem Ritterssohn aus Köln, der es vorgezogen hatte,
sich anstelle des Kriegshandwerks den freien Künsten
zu widmen, nicht ohne den Unmut seines Vaters zu erregen,
aber unterstützt von seiner Mutter, die seine Gaben
als frühreifer Dichter so unermüdlich und hochtönend
pries, daß Baudolino seinen richtigen Namen, falls
er ihn je erfahren, vergessen hatte. Er nannte ihn den Poeten,
und so taten es später auch alle anderen, die ihn kennenlernten.
Baudolino fand bald heraus, daß der Poet in Wahrheit
noch nie ein Gedicht geschrieben hatte, sondern immer nur
verkündete, daß er es zu tun gedenke. Da er jedoch
sehr gekonnt die Gedichte anderer vorzutragen verstand,
war auch sein Vater am Ende überzeugt, daß der
Junge ein Musensohn sei, und hatte ihn ziehen lassen, ohne
ihm allerdings mehr als das Nötigste mitzugeben, da
er der irrigen Meinung war, das wenige, was zum Leben in
Köln genügte, werde auch für Paris vollauf
genügen.
Baudolino, dem es im Liebeswahn für
Beatrix von Burgund ein Leichtes ist, poetische Gedichte zu
verfassen, überlässt ihm seine Werke und verschafft
ihm so eine Stelle bei Rainald von Dassel.
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