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"Wer gut lügt, kann auch gut dichten"

Wer gegen wen

Wer mit wem -
Baudolino und seine Gefährten


Der Brief des Priesters Johannes
Hanser
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Wer gegen wen
Ein kurzer historischer Überblick

Wir befinden uns im hohen Mittelalter, Mitte bis Ende des 12. Jahrhunderts im Deutschen Reich. Es wird von Friedrich I., im Volksmund wegen seines wallenden roten Bartes Barbarossa genannt, regiert.


Der sogenannte Cappenberger Barbarossa-Kopf, Bronzebüste um 1165.

Friedrich Barbarossa (geboren 1122?) wird 1152, nach dem Tod König Konrads III., zum König gewählt. Er soll, als Staufer mit den Welfenverwandt, endlich den Dauerkonflikt zwischen Stau fern und Welfen lösen. Das gelingt ihm auch vorerst zu Anfang seiner Regie rungs zeit im Jahre 1156. Schwieriger gestaltet sich jedoch die Frage um die Herrschaftsrechte über die Stadtrepubliken Oberitaliens. Denn dort setzt sich zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert eine Autonomiebewegung durch. Die Städte schaffen sich allmählich eigene Institutionen und eigens gewählte ständige Organe. Der Einflußbereich der Stadtgemeinden (Communen) wächst, sie ziehen immer mehr öffentliche Rechte an sich und suchen zuletzt auch Kontrolle über das Umland, von wo sie Steuern, Getreide und Truppen gewinnen können. Kein Wunder, daß die Communen bald auch untereinander zerstritten sind, denn jede möchte ihre Territorien erweitern.

Barbarossa muß insgesamt sechs Mal nach Italien ziehen. Beim ersten Italienzug von 1154 bis 1155 hat er Glück: Die Mehrzahl der oberitalienischen Städte huldigt ihm, und er wird von Papst Hadrian IV. zum Kaiser gekrönt. Allerdings geschieht dies im Jahr 1155 unter Ausschluß der Römer in der militärisch gesicherten Peterskirche, da Barbarossa den römischen Senat nicht anerkennen will. Die Unterwerfung der Römer gelingt ihm nicht, und als auch noch Hadrian IV. die Kaiserwürde mehr oder weniger zweideutig als "beneficium" (= Wohltat, Lehen) bezeichnet, kommt es zum öffentlichen Zusammenstoß zwischen bei den, der mit einer ausgleichenden Erklärung des Papstes endet.

1158 zieht Barbarossa zum zweiten Mal nach Italien. Es geht ihm um die Errichtung einer unmittelbaren Territorialherrschaft in Oberitalien und - natürlich - um Geld. Er fordert die finanziell ertragreichen Regalien (vom König vergebene Hoheitsrechte) zurück, besonders die Zölle, das Münzrecht und die Gewinne aus Strafen und Bußen. Kein Wunder, daß sich Widerstand regt. Vor allem Mailand kämpft gegen die Ein setzung kaiserlicher Beamter und wird von Friedrichs Truppen belagert. Im Jahre 1162 kapituliert Mailand. Die Stadt wird auf Verlangen der feindlichen Nachbarkommunen vollkommen zerstört.

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