Pascal Mercier

wurde als Peter Bieri am 23. Juni 1944 in Bern geboren, wo er seine Kindheit und Schulzeit verbrachte. Nach der Matura studierte er Philosophie, Klassische Philologie, Indologie und Anglistik in London und Heidelberg. Dort wurde er promoviert (1971) und habilitiert (1981).

Forschungsaufenthalte führten ihn nach Berkeley und Harvard. Nach Zwischenstationen in Bielefeld und Marburg wurde er 1993 an die Freie Universität Berlin auf den Lehrstuhl von Ernst Tugendhat berufen. Seine akademischen Arbeiten beschäftigen sich mit der Philosophie des Geistes, der Erkenntnis und der Sprache.

Für den Roman Perlmanns Schweigen (1995) erfand Peter Bieri das Pseudonym Pascal Mercier, das er 1998 mit dem Erscheinen seines zweiten Romans Der Klavierstimmer lüftete. Beide Romane fanden eine begeisterte Leserschaft. Sie sind thematisch eng mit der philosophischen Arbeit Bieris verflochten. Das literarische Schreiben Merciers setzt dort ein, wo das philosophische Schreiben Bieris an Grenzen stößt – und umgekehrt. Entsprechend erschien das nächste Buch, Das Handwerk der Freiheit (2001), wieder unter dem Namen Peter Bieri. Systematisch in der Gedankenführung, aber literarisch im Ton entwickelt es ein Konzept der Willensfreiheit, das die Möglichkeit bewusster Entscheidungen gegen die Ideen eines durchgängigen Determinismus einerseits und einer unbedingten Freiheit andererseits verteidigt. Das Handwerk der Freiheit entwickelte sich in kurzer Zeit zu einem philosophischen Bestseller, der auch in andere Sprachen übersetzt wurde.

Unter dem Pseudonym Pascal Mercier wiederum erschien Nachtzug nach Lissabon (2004), einer der größten Erfolge der letzten Jahre. Mit diesem Roman gelang Pascal Mercier der Durchbruch zum literarischen Bestsellerautor. Er wurde bis heute in 1,5 Millionen Exemplaren verkauft und in 15 Sprachen übersetzt.

In Italien wurde der Nachtzug nach Lissabon 2007 mit dem Premio Grinzane Cavour für den besten ausländischen Roman geehrt und außerdem für den Prix Cevennes nominiert, mit dem der beste europäische Roman prämiert werden soll. In Deutschland wurde Mercier 2006 mit dem Marie-Luise-Kaschnitz-Preis ausgezeichnet.

2007 erhielt er die Lichtenberg-Medaille der Universität Göttingen.